Weitere Fotos aus 2012

Die Mati-Brücke ist fertig!

Bilder von der Baustelle


Inzwischen bekamen wir von unseren Partnerorganisation den Abschlußbericht und mit diesem zahlreiche Photos. Die schönsten haben wir eingescannt und zeigen sie hier: 


Unglaublich fleißig waren die Leute mit der Freilegung der zugewachsenen Zufahrtswege! Jetzt können die Händler wieder mit dem Auto in die Mati-Region fahren.

Die Brücke besteht aus mehreren Teilstücken, damit bei Hochwasser in der Regenzeit die Dörfer auch noch erreichbar sind.







Hier das nächste Teilstück...









Nach getaner Arbeit...

Unten Fotos vom Zustand vor dem Brückenbau

Frühjahr 2012: Neues Kongo-Projekt


Bald hat die wacklige Hängebrücke ausgedient

BMZ fördert LHL für Brücke zur Entwicklung der Mati-Fluss-Region bei Kinshasa

4.9.2012: Heute bekamen wir dieses Photo vom 14.8.12. Die Leute sind schon fleißig gewesen und haben die alte Straße wieder freigelegt!



Düsseldorf, 28. Juni 2012. Der Projektstandort ist südöstlich der Hauptstadt Kinshasa. Der Mati-Fluß trifft dort auf den Ndjili-Fluß, der dem internationalen Flughafen von Kinshasa seinen Namen gegeben hat und kurz danach in den Kongofluß mündet.


Kinshasa wird vom umliegenden ländlichen Raum mit Gemüse versorgt. Darauf hatten sich traditionell die Bauern in den 10 kleinen Dörfern mit insgesamt rund 3.500 Bewohnern spezialisiert. Seit der Zerstörung der Mati-Brücke 2006 durch ein Hochwasser ist der Transport der Ernten jedoch nur eingeschränkt möglich – zuvor muß eine schaukelnde Hängebrücke passiert werden, was nur zu Fuß möglich ist. Dadurch ist sehr viel wirtschaftliche Tätigkeit zum Erliegen gekommen. Die Dörfer werden von Bewohnern und vor allem von jungen Leuten verlassen, welche hier keine Zukunft mehr sehen.

(Photo: Augustin Konda)

Bei unserer Frage, welches Entwicklungsprojekt den Dörfern am meisten nutzen würde, kam sofort die Antwort: die Wiederherstellung der Brücke. Die Folge der Brückenzerstörung war also die Abwanderung von Familienangehörigen und Arbeitskräften und eine Verarmung der Dörfer „jenseits des Mati-Flusses“, weil nur viel weniger landwirtschaftliche Produkte vermarktet werden konnten.

Die Jugend zog über diese zugewachsene Strasse in die Hauptstadt. Photo: A.Konda

Deswegen sehen alle Dorfbewohner die Wiederherstellung der Brücke als wichtigste Entwicklungsmaßnahme an. Von staatlichen oder kommunalen Behörden können Kongolesen derzeit die Erledigung solcher Aufgaben nicht erwarten. Der Wiederaufbau der Brücke über den Mati-Fluß wird den Gemüsebauern erlauben ihre Produkte wieder sehr viel besser in die Hauptstadt Kinshasa zu transportieren.

Während umliegende Dörfer, welche diese Brücke nicht benötigen, sich inzwischen gut entwickeln, fühlen sich die Bewohner des Gebiets jenseits des Mati-Flusses „in die Ecke gedrängt“, weil sie ihre Ernten nicht mehr verkaufen können. Dies wirkt für die Landwirtschaft demotivierend, sodaß heute wesentlich weniger angebaut wird als vor 6 Jahren als die alte Brücke noch existierte. Derzeit benötigen die Bauern 8 Stunden täglich, um ihre Produkte zu vermarkten, entsprechend wenig Zeit bleibt für die Feldarbeit übrig. Die Erneuerung der Brücke und die damit gegebene Möglichkeit, daß wieder Fahrzeuge in die Dörfer kommen können, würde diese Zeit auf 2 Stunden reduzieren, sodaß die Bauern den größten Teil des Tages auf den Feldern arbeiten könnten. Man schätzt, daß dadurch die Produktion um mindestens 30 % gesteigert würde. Die Bauern wären motivierter und könnten ihre Ernten leichter auf die Märkte im Stadtzentrum bringen.

Reste der zerstörten Brücke, Photo: Augustin Konda

Nun sind Infrastrukturmaßnahmen normalerweise Aufgaben des Staates oder der kommunalen Behörden. Im Kongo hat sich der Staat allerdings seit vielen Jahren schon aus der Erledigung solcher Verpflichtungen zurückgezogen. Den kommunalen Behörden, die nach wie vor noch immer nicht demokratisch gewählt wurden, fehlen jegliche Mittel für solche Aufgaben. Die örtliche Behörde hat allerdings die Genehmigung für den Brückenneubau erteilt und der leitende Ingenieur für diese Arbeit kann ebenfalls von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Man hat außerdem bereits ein Komitee für die Wartung der erneuerten Brücke gebildet und ein Team von Straßenwärtern, welche für einen guten Zustand der Zubringerstraße sorgen soll. Nachdem uns bei LHL das Projekt erstmals vorgetragen wurde, war uns schnell klar, daß solch ein Projekt im Kongo jegliche Unterstützung verdient. Der Kongo ist kein armes Land und könnte sich vollständig selbst ernähren, wenn die Infrastruktur in Ordnung wäre. Aus diesem Grunde hat z.B. die Welthungerhilfe in den 90er Jahren intensiv in den Straßenbau des Nordkivu investiert, damit dort die Bauern ihre Ernten schneller auf die Märkte bringen konnten – eine wesentlich sinnvollere Unterstützung als Nahrungsmittelhilfe. Aus diesem Grunde scheint auch für uns die beste Hilfe zur Selbsthilfe eine punktuelle Unterstützung zur Wieder­herstellung einer einigermaßen brauchbaren Infrastruktur zu sein, hier also der Neubau der Mati-Brücke und die Ausbesserung der dazugehörigen Zufahrtsstraßen. In diesen Orten muß die Bevölkerung nicht in landwirtschaftlichen Fähigkeiten ausgebildet werden, die Kenntnisse für einen vielfältigen Gemüseanbau sind vorhanden, aufgrund der derzeitigen dürftigen Vermarktungsmöglichkeiten liegen viele dieser Kenntnisse jedoch brach.

Die Projektpartner haben schon vorab dafür gesorgt, daß ein Team von Straßen- und Brückenwärtern gebildet wurde, welche in Zukunft für evtl. Instandhaltungen der Straße und der Brücke zuständig sind. Wenn die Brücke einmal steht und genutzt werden kann, entstehen für uns keine Folgekosten. Der Vorteil bei diesem Projekt besteht darin, daß diese Brücke sozusagen „Eigentum der Bevölkerung“ sein wird. Man hat sie in Eigenverantwortung geplant und sich um Geldmittel bemüht, sodaß ein viel größeres Verantwortungsgefühl der Gemeinschaft für den Erhalt und die Wartung vorhanden sein dürfte als wenn irgendeine Behörde dies getan hätte (und sich dann nicht mehr kümmert).

Wir gehen davon aus, daß die erneuerte Brücke für alle Bewohner der Dörfer „jenseits des Mati-Flusses“ ein großer Fortschritt sein wird, den man nicht mehr missen möchte und weshalb man auch bereit ist, die nötigen Wartungsarbeiten dauerhaft zu organisieren.

Und doch bleibt noch ein "kleines" Problem:

Durch den starken Dollar fehlen uns plötzlich Projektmittel. Wir müssen beim BMZ vermutlich sogar eine Aufstockung beantragen, damit die Brücke fertiggebaut werden kann - und benötigen dafür noch 500 Euro Spenden für diese Brücke. Wer kann uns helfen?

Spendenkonto: LHL, 135 875 803 bei der Volksbank Vechta, BLZ 280 641 79, Verwendungszweck: Mati-Brücke


Nachtrag: Die fehlenden Spenden kamen im Spätherbst, teilweise über "Betterplace", teilweise direkt. Herzlichen Dank allen, die mitgeholfen haben, diese schöne Projekt zu realisieren.