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Arbeitsberichte 2009/10



Die Aufforstung von LHL im Ostkongo

 

Das große BMZ-Projekt hat gerade Halbzeit und auch ungefähr die Hälfte der geplanten Bäume sind schon gepflanzt, wenn auch an den einzelnen Orten sehr unterschiedlich. In Uvira am Tanganjikasee hatten wir Verluste durch einen Waldbrand, die jedoch in Mushenyi mehr als ausgeglichen wurden durch "Übererfüllung" des Plansolls. Ähnlich sieht dies bei der Herstellung der holzsparenden Lorena-Öfen aus. Auch hier liefert Uvira die schlechtesten Zahlen, weil weder Lehm noch Ton in der Nähe zu finden sind und deswegen Autofahrten nötig sind, dies zu besorgen. Anderswo sind schon tausende von Kochern im Einsatz, in Uvira erst einige hundert. In Muku, hoch über Bukavu, wurden im Rahmen der Agroforst-wirtschaft Terrassenfelder angelegt und gegen Erosion durch Setaria-Gras geschützt. Im vorigen Jahr konnten wir außerdem das 100.000-Bäume-Projekt in der gleichen Region realisieren. In etwa 10 Dörfern am Rande des Kahuzie-Biega-Nationalparks konnten kleine Baumschulen eingerichtet und jeweils zwischen 10 und 30 Hektar Fläche aufge-forstet werden. Dies ist sehr gut gelaufen, zumal die Baumschulen viel mehr Bäume zur privaten Nutzung der örtlichen Bauern produziert hatten. Solch ein Projekt in ungefähr der gleichen Größenordnung kann jetzt wiederholt werden. Einige neue Standorte sind dazugekommen, andere wurden nicht mehr berück-sichtigt. In der gegenwärtigen Trockenzeit beginnt man mit dem Anlegen der Baumschulen und der Wässerung der Aussaat. Ende des Jahres - mit Beginn der Regen-zeit - kann schon ausgepflanzt werden.

Heinz Rothenpieler hat Anfang des Jahres einen Projektbesuch durchgeführt, einige Photos und kurze Berichte finden sich auf der Internetseite www.kongo.l-h-l.org unter "Süd-Kivu".

(Heinz Rothenpieler, Rundbrief LHL, August 2010)


Mord im Kivu


Wir trauern um einen Baumschulgärtner unserer Aufforstung im Süd-Kivu, der in der Nacht zum Karfreitag in Kamisimbi, hoch über Bukavu, Richtung Walungu, heimtückisch von Unbekannten mit einem Gewehr ermordet worden ist.

Brief aus Kamisimbi, Freitag, 9.April 2010:

"Nous regretons la mort de notre pepinieriste BASHENGEZI BAGAYA, tué chez lui a 19heures,par les Enfants ex- combattants de KAMISIMBI qui sont déja arreté a Walungu au tribinale.
KAMISIMBI a Plusieurs Enfants ex- combattants qui ne sont pas encadrés et qui causent des terribles dégats a la population civile..."
"Wir beklagen die Ermordung unseres Baumschulgärtners Bagaya Bashengezi um 19 Uhr [nach Einbruch der Dunkelheit] in seinem Hause und zwar durch ehemalige Kindersoldaten die schon verhaftet wurden und in Walungu vors Gericht kommen sollen. In Kamisimbi gibt's viele ehemalige Kindersoldaten, die völlig unkontrolliert der Bevölkerung große Schäden zufügen."
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Unsere Partnerorganisation schreibt, daß sie gerne ein Projekt der Wiedereingliederung für diese ehemaligen Kindersoldaten durchführen würden, wenn sie die nötige Förderung bekommen könnten...





April 2009


LHL im Ostkongo:

Bäume gegen Erosion


Wer vom Westen, von der Hauptstadt Kinshasa, die 1.500 km in den Ostkongo fliegt, überquert fast nur tiefsten Regenwald im riesigen Kongobecken. Der Kongo hat das zweitgrößte tropische Waldgebiet auf der Erde. Und wer vom Osten, von Kigali aus, durch Ruanda in den Ostkongo mit dem Autobus fährt, durchquert stundenlang den wunderschönen Nyangwe-Bergwald...

Und LHL hat nichts Besseres zu tun, als dort Aufforstungen zu fördern?

Ja, in der Tat, zwischen diesen Regenwaldgebieten im Kongobecken und dem Nyangwe-Bergwald (und weiter im Norden die Virunga-Vulkanberge) liegen die beiden dichtbevölkerten Kivuprovinzen – nach UNO-Angaben ein „extremes Holzmangelgebiet“. Und in diesem Hochland (zwischen 1.500 und 3.000 Metern) wird Holz, wie fast überall in Afrika, von praktisch allen Familien täglich gebraucht. Inzwischen wird dies auf den Märkten gehandelt, auch massenhaft Holzkohle – der Holzbedarf ist einfach enorm... Jean-Claude Kibala, Vizepräsident der Provinz Süd-Kivu, sagt, daß vor 15 Jahren, als Millionen Flüchtlingen aus Ruanda zusätzlich in diese Region kamen, nochmals extrem viel Holzbedarf entstanden war.


Viele Kinder müssen für die Mama Holz suchen.

Inzwischen sind fast alle Bergwälder gerodet. Was übrig bleibt, ist nicht felsig, sondern Grasland. Wir hatten bei unserem Besuch im März einen Empfang bei Vizepräsident Kibala, der gut deutsch spricht, und dieser „outete“ sich als Umweltschützer. Die Mega-Erosion an den kahlen Hängen und am Rande der Straßen sei eines der Hauptprobleme der Provinz, die besonders jetzt, in der Regenzeit, gewaltige Schäden verursache. Die Regierung denke über Holzsteuern nach, deren Umsetzung freilich schwierig werden dürfte...

LHL und unsere Partner im Südkivu sind derzeit dabei, rund 20 qkm Flächen aufzuforsten. In Mushenyi wird ein ganzes Hochgebirgstal bepflanzt - ein Viertel der Arbeit


ist bereits erledigt. In Uvira am Tanganjikasee geschieht dies mit einigen Hügeln, die vor 20 oder 30 Jahren noch dicht mit Regenwald bedeckt waren, und in Kamisimbi steht vorerst Agroforstwirtschaft im Programm, um den dort vorherrschenden schädlichen Eukalyptusbaum zurückzudrängen.

Den größten sichtbaren Erfolg konnten wir im klimatisch sehr heißen Uvira sehen, wo die Bäumchen in der jetzigen Regenzeit geradezu fröhlich gediehen und bei Beginn der Regenzeit im Juni/Juli vielleicht schon einen halben Meter hoch sein dürften. Die Bepflanzung in Mushenyi war bei unserer Ankunft schon vom gegenüberliegenden Bergrücken deutlich sichtbar.

Und dort und in Kamisimbi waren auch die Ofenbauer schon sehr aktiv gewesen und hatten Hunderte von holzsparenden Lorena-Öfen gebaut. Überall luden uns die zufriedenen Frauen ein, diesen zu besichtigen. Die Leute von Uvira hatten leider größere Probleme, in vernünftiger Nähe Lehm oder Ton zu finden. In einer Krisensitzung entschieden wir uns für die Einführung eines Ziegelsteinmodells, das aber leider nicht, wie die Lehmöfen, mobil ist. Aber wer trägt schon seinen Ofen dauernd mit sich herum?

Gleichzeitig erlaubt ein kleineres LHL-Projekt in weiteren Orten die Aufrechterhaltung von Baumschulen. „100.000 Bäume“ sollen in Burhinyi, Luhwinja, Kaziba (im Westen der Provinz), in Katana, am Rande des Kahuzie-Biega-Nationalparks und auf der Insel Idjwi im Kivusee in diesem Jahr gepflanzt werden. Die positive Wirkung ist erfahrungsgemäß (unsere Partner haben bereits 8 Jahre Erfahrung damit), daß dadurch bei den Bauern eine „Trendwende“ einkehrt. Man besinnt sich und pflanzt überall an den Rand der Felder Bäume...

Und in Uvira haben wir ein weiteres Experiment gesehen: An besonders geeigneten Stellen pflanzten unsere Partner Jatropha – gut geeignet gegen Erosion, gegen Tierfraß und als Lieferant von Schmieröl.

Übrigens haben uns die Kinder von Mushenyi wieder besonders begeistert, und in den nächsten Monaten soll dort ein „Waldkindergarten“ entstehen, um die Kleinsten an ein Leben im und mit dem Wald heranzuführen – ein weiteres LHL-Projekt, das Sie gerne mit unterstützen können. (Heinz Rothenpieler, Rundbrief LHL, April 2009)

November 2008

LHL im Kongo


Im Juni 2008 begann unser großes, vom deutschen Entwicklungshilfeministerium BMZ gefördertes, Aufforstungsprojekt im Kongo.

In drei Regionen der Provinz Südkivu im Ostkongo – teilweise bis zu 100 km voneinander entfernt – sollen in den nächsten vier Jahren insgesamt rund 20 qkm Flächen an bisher kahlen Berghängen aufgeforstet werden. Um all das zu organisieren hat unsere Partnerorganisation ADMR in Bukavu knapp 60 neue Arbeitsstellen geschaffen, darüber hinaus werden Tausende von Bauern ehrenamtlich in der Pflanzsaison mithelfen. Tausende, Hunderttausende, ja am Ende Millionen von Bäumen sollen gepflanzt werden, 10-15 verschiedene Arten, je nach Beschaffenheit des Geländes und vor allem des Bodens. In der Regel eine Mischbepflanzung, damit ein regenwaldähnlicher so genannter „Sekundärwald“ entstehen kann.

Die Gebiete sind Kamisimbi, im Hochland hinter Bukavu, etwa 2000 Meter über dem Meeresspiegel, dann Mushenyi, im Ruziz-Tal, ebenfalls mindestens 2000 Meter hoch und in der Nähe des Tanganjikasees bei Uvira ein Gelände, wo vor 20 Jahren noch Restbestände des Regenwaldes existierten, etwa auf einer Höhe von 700 m über dem Meeresspiegel. Dort ist das Klima komplett anders, sehr viel heißer und trockener als im Hochland. Aber dort sind die Baumschulen direkt neben Flußläufen angelegt, und die Flüsse kommen aus dem riesigen Itombwe-Wald, der ein paar Kilometer westlich von Uvira beginnt und


Hinweistafel auf das neue Projekt: im Hintergrund I. Balagizi, der fachliche Leiter

zu den ganz wenigen, noch ziemlich unberührten Regenwaldgebieten auf der Erde gehört. Doch die Hänge bei Uvira sind abgeholzt und kahl und hochgradig erosionsgefährdet. Zumindest für einige Flächen soll sich das jetzt dank LHL ändern.

Doch nicht nur Aufforstung steht auf dem Programm. Die Welthungerhilfe und andere internationale Organisationen haben im Oktober 2008 in einer eindrücklichen Studie festgestellt, daß die Mangelernährung im Kongo weltweit mit Abstand am gravierendsten ist. Praktisch drei Viertel der Bevölkerung haben nicht genug zu essen – obwohl der Kongo die „Kornkammer Afrikas“ sein könnte, aber schlechte Straßenverhältnisse, ein desolates Staatswesen, Ausplünderung der Bevölkerung und vor allem Kriege haben das Land so ausgelaugt wie viele landwirtschaftlich genutzte Böden.


Baumschule in Mushenyi, September 2008

Das LHL-Programm „Neue Wälder, neue Öfen und Agroforstwirtschaft für den Kivu“ wird mit Tausenden von Bauern zusammenarbeiten, die nicht nur Bäume pflanzen, sondern auch in besonderen Techniken des Feld-Waldbaus fortgebildet werden. Sie werden lernen, zur Bodenverbesserung am Rande der Felder bestimmte Bäume und Hecken zu pflanzen, Terrassen anzulegen, Erosion zu bekämpfen, z.B. mit dem tiefwurzelnden Futtergras „Setaria“. Aber auch Obstbäume sollen gepflanzt werden, etwa Mangos, Avocado u.a. und die Bauern werden lernen, wie sie Obstbäume veredeln können.

Und auch an die Bauersfrauen ist gedacht. Sie verbringen einen großen Teil des Tages am Herd, genauer gesagt: am Drei-Steine-Herd. Sie müssen Unmengen an Holz suchen. In kahlen Landschaften ist das nicht immer einfach und auch nicht ungefährlich, dort, wo marodierende Rebellensoldaten herumstreifen, die vor Vergewaltigungen nicht zurückschrecken. LHL wird im Kongo, ebenso wie in Nigeria, einen holzsparenden Ofen einführen. Während aber die Situation in Nigeria komplett anders ist – dort kehrt man infolge der hohen Energiekosten für Kerosin und Öl wieder zur Holzenergie zurück, was die restlichen Wälder hochgradig gefährdet und deshalb bildet ein technisch entwickelter SAVE80 eine gute Lösung – ist im Kongo der Schritt vom allüberall gegenwärtigen Drei-Steine-Ofen zu einer einfacheren holzsparenden Technik nötig. Und in einem der ärmsten Länder der Welt – in unserer Projektregion müssen die meisten Menschen mit weniger als 0,20 Cent (vom Dollar) pro Tag auskommen – darf der Herd kein Geld kosten. Was tun? Wir fanden in Uganda den „Rocket Stove Lorena“, einen Lehm- oder Tonofen, der mit heimischen Materialien geformt werden kann und immerhin 50-60 % Holz einspart. Dafür


Kinder vor ihrem Zuhause in Mushenyi

sind lediglich Ausbildungsseminare nötig, die in unserem Projektgebiet in den nächsten Jahren kontinuierlich stattfinden. Geplant ist der Bau von über 13.000 Lorena-Öfen. Und wenn das – wie wir hoffen – ein „Selbstläufer“ wird, dann wird immer weiter gebaut, und viel mehr Lorena-Öfen werden später im Einsatz sein.

Im Sommer habe ich selbst eine Familie mit einem neuen Lorena-Ofen besucht. Die Hausfrau war nicht nur glücklich, weil sie jetzt viel weniger Holz benötigt („Was ich früher für zwei Tage brauchte, reicht jetzt für eine Woche.“), sondern vor allem auch, weil der Lorena-Ofen fast keinen Rauch mehr entwickelt. Und weil der Drei-Steine-Ofen in dieser Region meistens innerhalb der Hütten betrieben wird, stellt der Lorena-Herd natürlich eine ganz entscheidende Verbesserung dar.

In diesen Wochen ist in unserem Projektgebiet die erste große Pflanzkampagne zugange. Tausende von jungen Baumpflänzchen werden aus den Baumschulen geholt und an den Hängen in vorbereitete Löcher gepflanzt. Das Wachstum ist relativ schnell - in vier, fünf Jahren dürfte hier bereits überall ein stattlicher junger Wald stehen...

Für die Zukunft:

Die Verbreitung des Lorena-Ofens ist noch ausbaufähig. Bisher sollen alle Maßnahmen im engeren Projektgebiet stattfinden. Aber auch darüber hinaus ist der Bedarf an diesem holzsparenden Ofen vorhanden. Etwa für Bäckereien. Unsere Partnerorganisation ADMR fördert mehrere kleine Kindersoldatenprojekte und einige dieser ehemaligen Kindersoldaten haben Backöfen aus Ziegelsteinen gebaut, in denen sie Brot backen. Dafür wird viel Holz benötigt. Der nächste Schritt sind Lorena-Backöfen, die in Kenia und Uganda bereits existieren. Da im Kongo Brot sich zunehmender Beliebtheit erfreut, ist nahe liegend, solche holzsparenden Backöfen auch im Kongo zu bauen.

Der Mwami von Burhinyi (lokaler König) möchte eine bisher total versumpfte Talaue entwässern und seiner Bevölkerung zur genossenschaftlichen landwirtschaftlichen Nutzung überlassen und bittet LHL um eine Förderung. Mit einem weiteren BMZ-Projekt könnte dies gelingen. Die Kosten sind gar nicht einmal so hoch, weil der Mwami bereits einige Vorarbeiten hat leisten lassen. Dieser junge Chef von Burhinyi bezeichnet sich selbst als „Entwicklungs-Mwami“ und verdient jegliche Förderung. Sein Gebiet grenzt an von Rebellen besetzte Regionen, und die Bevölkerung leidet in sehr starkem Maße an Unterernährung durch einseitigen Maniok-Anbau. Eine große, fruchtbare Auenlandschaft landwirtschaftlich intensiv zu nutzen wäre somit ein großer Schritt nach vorn. Mit Hilfe von LHL könnte dies gelingen...

In Mushenyi, wo bereits die Aufforstung stattfindet, wollen wir einen Waldkindergarten gründen, um die dortigen Jugend von kindauf an ein Leben mit dem Wald zu gewöhnen - ein ganz kleines Projektvorhaben, das aber Spaß machen wird. Die Kinder von Mushenyi sind wirklich „gut drauf“, und sie haben eine solche Förderung verdient. (Heinz Rothenpieler, Rundbrief LHL November 2008)

 

...aus Bukavu aus dem Aufforstungsprojekt


Heute erstmal Bilder...



Mushenyi: Die Kinder helfen beim Pflanzen der Bäume...





Mushenyi - Bau des Lorena-Ofens

Und hier - als pdf-Datei (324 kb) - eine kleine Bildergalerie von unserem
Projekt in Uvira...

Bukavu, 9. Oktober 2008

Gestern hatten wir den „Tag des Baumes“. Innocent fuhr nach Uvira, um dort zu schauen, wie sich das Projekt entwickelt und an den Aktivitäten teilzunehmen, die dort für diesen Tag vorbereitet worden waren. Wir nutzen den Tag oft, um eine großes Kampagne zur Sensibilisierung der Bevölkerung durchzuführen, damit mehr Menschen bei der „lokalen Eigenbeteiligung“ mitmachen. Innocent wird der Bevölkerung auch zeigen, wie man die Löcher für die Pflanzung vorbereitet, weil bald die Pflanzperiode beginnt. Wenn er zurück ist, werde ich ausführlicher schreiben. Auf dem Mulama-Berg in Luhwindja hatten wir seinerzeit mal viele Bäume verloren, weil die Löcher nicht richtig ausgehoben waren...

In Kamisimbi hatten wir gestern eine Konferenz organisiert mit dem Thema: Die schlechten Erfahrungen mit Eukalyptus in der Landwirtschaft von Kamisimbi. Mehr als 70 Menschen haben teilgenommen und darüber diskutiert. Wir möchten unserer Partnerorganisation LE VERT helfen, die Bevölkerung davon zu überzeugen, daß sie Eukalyptus durch andere Baumarten ersetzt.

In Mushenyi wird der „Tag des Baumes“ für den kommenden Samstag organisiert, weil dann die Kinder einer Grundschule zusammen mit einigen Erwachsenen einen Ausflug auf die Berge machen wollen, die wir zusammen im August bestiegen sind. Sie werden einige Setzlinge in Plastiksäckchen mitnehmen und schonmal symbolisch einige Bäumchen pflanzen, auch wenn die eigentliche Pflanzperiode erst in einigen Wochen beginnt. Die Gruppen in Uvira und Mushenyi haben inzwischen die foil container, also die Plastiksäckchen bekommen und sind dabei, die jungen Setzlinge umzupflanzen. Kamisimbi benötigt das noch nicht, weil man dort mit Agroforstwirtschaft beginnt.




Bukavu, 3. Oktober 2008

Endlich konnte Ende September auch das zweite Ofenseminar in Bukavu stattfinden mit einem Ausbilder aus Uganda. Im März vorigen Jahres kam ein ugandisches Ausbildungsteam und hat den Rocket Stove Lorena für zwei Töpfe mit unseren Partnern gebaut. Diesmal stand der Lorena-Ofen für einen Topf auf dem Programm. Emmanuel schreibt, daß an dem Ofenseminar 16 Personen teilgenommen hätten, aus Uvira, Mushenyi, Kamisimbi und von der ADMR. Alle Teilnehmer seien froh gewesen, diesen Ofentyp kennenzulernen. Er sei sehr hilfreich für das Projekt, weil er mobil ist, außerdem leicht zu bauen und zu tragen. Die Leute von Uvira, die den anderen Ofen nicht gebaut haben, könnten jetzt nicht mehr sagen, daß der Ofen zu viel Platz im Haus benötige, weshalb sie ihn nicht bauen wollten. Nach einem Monat werde jede Gruppe sicherlich mehr als 40 solcher Öfen gebaut haben, dann können man ausgleichen, was in den letzten Monaten nicht geleistet worden sei. Der Ausbilder habe auch gezeigt, wie man denselben Ofentyp mit Zement und Ziegelsteinen baut, doch ist dieser dann immobil. Was den Lorena-Backofen anbetreffe, so sagte der Ausbilder, er müsse erst selbst einem Training dafür in Uganda teilnehmen, vielleicht könne man ihn dann später nochmal einladen für einen weiteren Ausbildungskurs...

Während der gesamten letzten Woche habe man sich intensiv um die Lieferung von Plastiksäckchen ("foil container") bemüht, die demnächst in sehr großer Stückzahl in den verschiedenen Baumschulen benötigt werden, um die Auspflanzungen der jungen Triebe vorzubereiten. In Bukavu seien diese ausverkauft gewesen, weshalb man jemanden nach Uganda geschickt habe, sie zu besorgen...



Bukavu, 13. September 2008

Germain, unser Projektleiter in Mushenyi schreibt heute: Ich möchte nur einen kurzen Bericht über die Wiederaufforstung in Mushenyi in dieser Woche schicken. Alles entwickelt sich sehr gut. In den Baumschulen gibt’s jetzt 22 Beete, jedes etwa 1,2 m breit und 10 m lang. 20 Haushalte haben den Lorena-Ofen bekommen, allerdings ist die Nachfrage sehr groß, sogar aus dem nahegelegenen Kaziba. Von außerhalb Mushenyis wünschen immer mehr Leute auch den Lorena-Ofen.

Gerade komme ich von einer Sitzung, an der auch mein Freund Celestin teilgenommen hat und wir haben beschlossen für die Unterstützung des Programms auch die Kirchen zu fragen, damit die gesamte Bevölkerung erreicht wird. Außerdem müssen alle Baumschulgärtner an der Bewußtseinskampagne für das Bäumepflanzen teilnehmen. Dann ist nötig, daß der Kompost vorbereitet wird und wir müssen unsere Aktivitäten evaluieren. Schließlich haben wir festgestellt, daß in den Baumschulen 98 % der Samen zum keimen gebracht wurden, was ein sehr schönes Ergebnis ist. Beigefügt ein Photo von einer Baumschule.


Unten das Bild von Anfang August - vier Wochen später an der gleichen Stelle in Mushenyi, also Anfang September 08 - die Saat ist aufgegangen...

Bukavu, 22. August 2008

Der Agronom Bagalwa befindet sich derzeit in Uvira, um das Team von CEFI zu unterstützen. Er kommt nächste Woche nach Bukavu zurück. Gestern hatten wir in unserem Büro eine Sitzung zu technischen Fragen mit Innocent.

Wir mußten über die Berichte aus Mushenyi und Kamisimbi beraten, die Einzelheiten zu den dort gepflanzten Samen brachten, die wir vorige Woche besichtigten. Die Samen sind jetzt aufgegangen und man hat den Eindruck, daß sie ganz gut wachsen.

Eine der beiden derzeit in Mushenyi eingerichteten Baumschulen mit den frisch eingesäten Samen. Links im Bild einer Baumschulgärtner. (Anfang August 08)

In Mushenyi wurden in den beiden Baumschulen folgende Samen ausgesät: Calliandra, Cedrella, Lecena, Cacia und Grevellea. Kamisimbi hat Maesopsis, Calliandra, Cedrella und Cacia ausgesät. Wir müssen jetzt in der ersten Kampagne an den verschiedenen Pflanzorten Versuche unternehmen, um herauszufinden, welche Bäume dort am besten wachsen. Deshalb haben der Botaniker Innocent und die Agronomen sich überlegt, noch weitere Samen auszusäen. So werden in Mushenyi noch Pinus hinzugefügt und Accrocarpus und Ende November werden sie auch noch Cetaria bekommen. Kamisimbi hat Sena spectabilis, sowie Calliandra bekommen und wird nächste Woche noch Lecena erhalten. Auch in Uvira wollen wir weitere Samen aussäen, warten aber noch auf den Bericht des Agronomen Bagalwa, der dort die Baumschulgärtner fortbildet.



Bukavu, 24. Juli 2008


Heute kam von Germain ein erstes Photo von den für die Aufforstung ausgewählten Flächen in der Region von Mushenyi. So sieht's heute aus und in zwei oder drei Jahren wird hier schon eine ganze Menge wachsen... Übrigens findet seit gestern in Mushenyi die Ausbildung für die Baumschulgärtner statt. In allen Projektgebieten sind die ersten Baumschulen schon fix und fertig eingerichtet. Jetzt muß nur noch der Regen kommen... aber die Region ist noch bis Ende August in der Trockenzeit...

Bukavu, 18. Juli 2008

 Wir haben die Ofenbauer aus Uganda nochmal eingeladen, damit sie mit uns ein Seminar für den Lorena-Ofen für einen Topf durchführen. (Anm.: Bisher ist nur der immobile für zwei Töpfe in Bukavu eingeführt) Wir werden natürlich von allen Familien, die einen Ofen bekommen, Listen anfertigen.

Das erste Seminar für die Baumschulgärtner in Mushenyi ist letzte Woche beendet worden. Seit gestern sind Innocent und Bagalwe von der ADMR für das nächste Drei-Tages-Seminar in Uvira und nächste Woche wird das Seminar für Le Vert in Kamisimibi wiederholt. Jedes Seminar ist für 25 Leute konzipiert – jeweils die 15 Baumschulgärtner und 10 aktive Leute aus der Region, die zu den Begünstigten gehören.

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Und noch eine andere Email kam heute aus Bukavu von einem deutschsprachigen Freund und diese erklärt, weshalb wir derzeit relativ wenige Emails von den Partnern bekommen - und wenn, dann nur kurze. Er schreibt:

"Aber die regelmässigen Stromausfälle machen regelmässige E-mail Kommunikation zu einem ... Hürdenlauf!"




Bukavu, 10. Juli 2008

Wir hatten ein Treffen mit den Projektpartnern mit Innocent für die Planung der Ausbildungsseminare und die Berichte aus jeder Gruppe über ihre Aktivitäten an ihre „Graswurzeln“, also die zu beteiligenden Bauern.

An diesem Wochenende (11.-13.7.) wird die erste Ausbildungsphase für die Baumschulgärtner von Mushenyi stattfinden. Vom 17. zum 19.7. wird diese Ausbildung in Uvira sein und etwas später in Kamisimbi. Alle drei Gruppen habe gute Kontakte zu den lokalen Chefs ihrer Region.

An diesem Samstag wird in Kamisimbi ein großes Treffen mit der Fußballjugend sein. Unser Partner LE VERT hat eine Vereinbarung mit 16 Teams getroffen, die einen lokalen Beitrag zum Projekt geben wollen. Außerdem hat Le Vert eine Versammlung mit 38 Gruppenchefs von Kamisimbi durchgeführt und alle von ihnen sind sehr froh, daß sie an der Sensibilisierung und Aktivierung der Bevölkerung mitwirken können. Derzeit sprechen sie mit der Oberschule für Landwirtschaft in Kamisimibi wegen einer Zusammenarbeit für das Projekt. Es sieht so aus als ob die Schülerinnen und Schüler alle ihr Praktikum in unserem Projekt ableisten und so ihren Beitrag geben.

APAD arbeitet inzwischen gut mit dem lokalen Partner CDEP in Mushenyi zusammen. Sie haben bereits 15 lokale Chefs getroffen und diese sind am Projekt interessiert. Sie haben bei dieser Gelegenheit 6 Pflanzorte zur Verfügung gestellt, die von APAD aufgeforstet werden sollen und sie haben versprochen, daß sie mit dem Projekt zusammenarbeiten.

Auch in Uvira laufen die Dinge gut. Auch dort hat man die lokalen Chefs getroffen und ihre Zustimmung zum Projekt bekommen. Sie haben 5 Berge zur Aufforstung zur Verfügung gestellt.

An allen drei Orten werden schon die ersten Beete für die Baumschulen angelegt...


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Eigentlich hätten wir schon am 1. April mit der Aufforstung im Kivu beginnen können. Das war kein Aprilscherz, aber so richtig losgehen kann sowas natürlich nur dann, wenn auch Geld bereitsteht. Und das war im Juni der Fall, nachdem in der 2. Maihälfte die Bewilligung des BMZ eingetroffen war.

Seitdem laufen in Bukavu, Uvira, Mushenyi und Kamisimbi die Planungen auf Hochtouren. Die beteiligten Organisationen und Personen trafen sich in Komitees und die Mitarbeiter bekamen Arbeitsverträge: 45 Baumschulgärtner, drei Ofenbauer, drei Bürokräfte, drei Agronomen und drei Projektleiter - für jeden Projektstandort einen Spezialmitarbeiter und jeweils 15 Baumschulgärtner. Und für die zentrale Koordination und die Fortbildung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter einen zentralen Projektleiter und einen Planungsmitarbeiter. Dazu kommt die intensive fachliche Beratung durch den Biologen.