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Neue Wälder...






Der Kongo ist doch noch grün... oder ?





Diese Karte zeigt u.a. jene Flächen knallrot an, die erhebliche  Holzdefizitgebiete sind. Und dies ist vor allem ganz im Osten des Kongos der Fall, zwischen Kivu- und Tanganjikasee, an der Grenze zu  Ruanda und Burundi. Und genau diese "roten Flächen" will LHL mit der lokalen ADMR in den nächsten Jahren wieder in die "grüne Zone" bringen...
(Karte von der  UNO-Ernährungsorganisation FAO)

Abgeholzte Landschaft im Ostkongo




Schlechte Böden, Erosionsgefahren: Unser Fachberater, der Biologe Innocent Balagizi, bei Felduntersuchungen.



Keine Neupflanzungen von Bäumen - und in weniger Jahren rutscht hier der Mutterboden fort...



Kahle Welt, mit vielen Zeichen von Erosion...



Schlechte, ausgelaugte Böden...


Neue Wälder für den Kivu

heißt unser Vorhaben für die nächsten 4 Jahre und folgende Baumarten  sollen angepflanzt werden:



Calliandra cellethyrsus

(aus der Habilitationsschrift von Dieter König, Mainz): Sehr gute Resultate wurden mit der Integration von Bäumen und Sträuchern in die landwirtschaftliche Fläche erzielt. Unter mehr als vierzig untersuchten Arten zeichnen sich insbesondere die beiden autochthonen Baumarten Polyscias fulva und


Méasopsis eminii
durch eine hohe Biomasseproduktion und durch im Vergleich zu der in Ostafrika weit verbreiteten exotischen Art Grevillea robusta geringere Konkurrenzeffekte gegenüber den Unterkulturen aus. Die Kombination der beiden erstgenannten Arten mit engständigen Leguminosenhecken aus Calliandra calothyrsus gewährleistet eine vollständige Versorgung des Anbausystems mit biologisch assimiliertem Stickstoff. Die von Bäumen und Sträuchern produzierten Blätter und Feinäste ermöglichen zusammen mit der übrigen im Anbausystem produzierten Biomasse die Herstellung von mehr als zwölf Tonnen Kompost pro Hektar und Jahr. Im Abstand von fünf Metern gepflanzte Leguminosenhecken erwiesen sich damit im Gegensatz zu der bislang propagierten, weitgehend wirkungslosen ein- bis mehrsaisonalen Gründüngung als nachhaltige Maßnahme zur Sicherung der Standortproduktivität. Mit Hilfe der Hecken und durch eine ökologisch angepaßte Bewirtschaftung der Parzellen in Mischkultur ließ sich der Oberflächenabfluß auf fünfzehn Prozent und der Bodenabtrag auf weniger als ein Prozent der auf einer kleinbäuerlich-extensiv bewirtschafteten Parzelle gemessenen Vergleichswerte reduzieren. Die Verluste an Nährstoffen liegen in einem optimierten Agroforstsystem auf der Basis von Méasopsis eminii und Calliandra calothyrsus bei einer etwa gleich starken vertikalen Nährstoffauswaschung um eine Größenordnung unter den in einem kleinbäuerlich-extensiven Anbausystem gemessenen Werten.

Die hohe Astholzproduktion von Méasopsis und Calliandra erlauben zudem, den Brennholzbedarf einer sechsköpfigen Familie von einem Hektar Fläche mit einem Bestand von 200 Bäumen und 2.000 laufenden Metern Hecken zu decken und ermöglicht so eine Schonung der letzten Waldressourcen des Landes. Der ökonomische Wert des Holzes von Polyscias und von Méasopsis erreicht etwa die Hälfte bzw. etwa ein Viertel des Wertes der während des zehnjährigen Versuchszeitraumes auf der restlichen Anbaufläche geernteten Agrarprodukte. (zitiert aus: Dieter König: "Ökologisch angepaßte Landwirtschaft im Ostafrikanischen Hochland - ein Beitrag zur nachhaltigen Intensivierung der Agrarproduktion in den Tropen", Habilitation an der Universität Mainz, 1998,



Cedrella serrulata, ein Baum, der in höheren Regionen ab 1.500 m gut gedeiht.



Eukalyptus Dieser Baum wird nur in relativ geringer Menge angepflanzt wegen dem hohen Wasserverbrauch, aber dort, wo der Boden sehr feucht und dadurch erosionsgefährdet ist, da der Baum dem Boden viel Wasser entzieht. Das Holz ist bei der Bevölkerung als Bauholz beliebt.

Außerdem: Tristania conferta, aus der Pflanzenfamilie der Myrtaceae, verwandt mit dem Eukalyptus, stammt aus Australien. Der Baum wird 45 Meter hoch, wächst in wechselnder Geschwindigkeit, nicht besonders schnell.

Acacia Mearnisii
(eine Akazienart, engl. Black Wattle
)

Cassia siarnes
gehört zur Familie der Johannesbrotgewächse 






Grevillea (Grevillea robusta = Silbereiche  ) auf dem Photo zusammen mit


Pinus
= eine Art Kiefer, für trockene und steinige Böden geeignet.

Außerdem...

Podocarpus = (Eibengattung) Podocarpus, Taxaceengattung, von der mehrere Arten als große Bäume mit wertvollem Holz in den Gebirgswäldern Deutsch - Ostafrikas und Kameruns, auch im Kapland, auftreten. Das Holz ist gelblich, und sehr gleichmäßig gebaut. P. usambarensis, "Muze" oder "Mse", wird 40 m hoch und ist einer der wichtigsten Waldbäume Usambaras; P. milanjianus var. arborescens Dawe (= usambarensis oder eine verwandte Art?), "Musisimu", ist die wichtigste Holzart des Minsirowaldes (Deutsches Kolonial-Lexikon(1920), Band III, S. 69)          

Leucaena
ist als tropischer Futterbusch für ihre seine Futterqualität bekannt. Es ist die Futterleguminose, die in den Tropen und Subtropen am weitesten verbreitet ist. Der Begriff Futterqualität beschreibt die Fähigkeit des Futters, die wesentlichen Nährstoffe, Energie, Protein, Mineralien und Vitamine für die Erhaltung, Produktion und Reproduktion der Tiere bereitzustellen. Futterqualität wird von den Inhaltsstoffen (z.B. Protein, Faserfraktionen und Minerale), deren Verdaulichkeit, dem Wirkungsgrad bei der Futterumsetzung und von der freiwilligen Futteraufnahme bestimmt.

und:
 

Prunus africana - ist in ganz Afrika verbreitet und kommt in montanen Gebieten ab 1000 Höhenmetern vor. Es gehört zur Pflanzenfamilie der Rosazeen und ist im Deutschen unter dem Namen "Afrikanisches Stinkholz" bekannt. Frisch geschnitten verströmt es einen unangenehmen Geruch, der sich aber nicht über die Trocknung hinweg erhält. Prunus africana wächst schnell und braucht 15 bis 20 Jahre bis zur Samenproduktion. Der Baum spielt in seinem Ökosystem eine ganz besondere Rolle: Seine Samen und Früchte stellen eine Schlüsselressource für sonst seltene Vogelarten dar. In der traditionellen afrikanischen Volksmedizin wird das Afrikanische Stinkholz, Prunus africana, gegen Malaria, Fieber sowie Bauch- und Brustschmerzen eingesetzt. Wissenschaftler haben es auf seine Wirkung überprüft und konnten dem Extrakt, der aus der Rinde des Baumes gewonnen wird, einen entzündungshemmenden Effekt zuschreiben. Außerdem erzielte das hergestellte Präparat gute Erfolge bei Prostataerkrankungen. Für die Gefährdung des Afrikanischen Stinkholzes ist in erster Linie die Übernutzung des Baumes für medizinische Zwecke verantwortlich, da viele Sammler dem Baum zu viel der wertvollen Rinde entnehmen oder ihn sogar fällen. Aufgrund seiner Gefährdung ist Prunus africana in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) aufgenommen worden und der Handel mit der Rinde des Baumes beschränkt und überwacht. (Quelle)




Setaria (hier im Bild) ist ein tiefwurzelndes Gras, welches gute Dienste im Kampf gegen die Erosion leistet.
wird zusammen mit Trypsacum gepflanzt, ebenfalls ein tiefwurzelndes und hochwachsendes Gras, welches schnell wächst und dadurch gefährdete Flächen gegen Erosion schützt.



Bambus, ein beliebtes Bauholz...



Acrocarpus (hier in einer Baumschule) ist ein Baum, der besonders geeignet für Agro-Forstwirtschaft ist. Man pflanzt ihn z.B. als Schattenbaum in Kaffeeplantagen an. Der Baum wächst sehr schnell, 1,3 – 3 m pro Jahr und kann bis zu 60 m hoch werden.


Und am Ende, so hoffen wir, kehren in die wiederbewaldeten Flächen die Vögel zurück und


Heilpflanzen, sowie


Wildpflanzen




Und hier ein Blick in eine Baumschule. Die Setzlinge sind zum Transport schon vorbereitet und wurden in einen sogenannten "Foilcontainer" umgepflanzt.

2008: Neues LHL-Projekt:
Aufforstung für den Klimaschutz



So schön kann Regenwald sein - aber nicht selten sieht ehemaliges Waldgebiet heute so aus:



oder so...

Wenn nichts geschieht haben wir hier bald Savanne. Aber nun geschieht etwas. Hier in der Fizi-Hochebene werden demnächst viele Bäume gepflanzt in einem Projekt von LHL.
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Auch im Kongo will LHL in Kürze ein Projekt realisieren. Die Planung ist abgeschlossen. Das Projekt soll einen substantiellen Beitrag gegen die massive Erosion sein, welche dort die abgeholzten Flächen bedroht. Gleichzeitig sollen in den nächsten vier Jahren in den Dörfern rundrum Lehmöfen gebaut werden vom Typ "Rocket Stove Lorena", eine für den Kongo besonders angepaßte Technik, welche ausschließlich mit lokalen Materialien arbeitet
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LHL-Rundbrief Dezember 2007

Projekt sucht Träger. Die Partner im Kongo sind vorhanden. Ein Kreis von Spendern, der den Eigenanteil aufbringt, ebenfalls. Jetzt wurde nur noch der zuverlässige Träger gesucht, der erstens ein Klimaschutzprojekt mitverantworten will und zweitens die formalen Voraussetzungen erfüllt, beim Entwicklungshilfeministerium einen Zuschußantrag zu stellen, damit im Ostkongo umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen begonnen werden können.

Der Regenwald im Kongobecken steht noch, auch bis in die Gebirgslandschaft der Kivuprovinzen, wo die wunderschönen Unesco-Weltkulturerbe-Parks Kahuzie-Biega und Virunga auf Touristen warten, welche die letzten Berggorillas besichtigen möchten – sofern der Krieg gegen immer noch vagabundierende Hutu- und Tutsi-Milizen endlich ein Ende findet. Östlich und südlich von Kahuzie-Biega sind jedoch alle Berge abgeholzt. 1994 kamen Millionen Flüchtlinge aus Ruanda und benötigten Brennholz. Seitdem wächst fast nur noch Gras – wenn nicht die Erosion schon infolge heftiger Regenfälle ihren Tribut gefordert hat. Hier soll das Projekt ansetzen. In drei verschiedenen Gebieten südlich von Bukavu bis hinunter zum Tanganjikasee bei Uvira sollen in den nächsten 4 Jahren über 2.000 ha Flächen wiederaufgeforstet werden mit rund 20 verschiedenen tropischen Baumsorten – wenn das BMZ das Projekt bewilligt und Lernen – Helfen – Leben e.V. den beantragten Zuschuß gewährt. Millionen Bäume werden dann dort wachsen und der Regenwald wird zurückkehren können. Noch ist das möglich – aber nicht mehr lange, wenn die Erosion weiterginge. Und damit der Holzverbrauch abgesenkt wird, sollen auch noch drei Ofenbauer im Projektzeitraum durchs Land ziehen und in den Dörfern mit den Bauern Lehmöfen bauen, den „Rocket Stove Lorena“, der immerhin rund 60 % Holz einspart. Die Bauern sollen dazu Obstbäume anpflanzen und zu veredeln lernen, um die Ernährung der Bevölkerung zu verbessern und dann noch lernen, wie eine nachhaltige Waldbewirtschaftung auszusehen hat. Ein spannendes Projekt, dem der Vorstand von LHL bereits zugestimmt hat. Und ich hoffe, die Mitglieder begrüssen dies auch. Das Projekt wird Arbeitsplätze schaffen in einer Provinz, deren Hauptproblem allein im vergangenen Jahr die Vergewaltigung von 27.000 Frauen war – durch herumstreunende Milizen, die von der noch vorherrschenden Straflosigkeit profitieren. Wir dürfen die Bevölkerung nicht alleine lassen und müssen sie ermutigen, für eine bessere Zukunft ihre wunderschöne Landschaft wieder zu restaurieren. Dazu gehört die Rückkehr des Waldes, der seit Generationen Lebensgrundlage gewesen ist.

Heinz Rothenpieler





Neue Wälder, neue Öfen und Agroforstwirtschaft für den Kivu


Aus dem Projektentwurf

Zielgruppe sind die Bewohner von 94 Dörfern von drei besonders von Erosion und Abholzung betroffenen Gebieten im Süd-Kivu (Ostkongo):

  1. in der Ruzizi-Ebene, nördlich der Stadt Uvira, mit 87.000 Bewohnern;

  2. in der Region Mushenyi, ca. 29.000 Menschen, im Gebirgsland westlich der Ruzizi-Ebene und

  3. in der Region von Kamisimbi, Bezirk Walungu, südwestlich von Bukavu mit ca. 42.000 Menschen.


Aufzuforstende Fläche bei Uvira

Geplant ist zunächst die Teilnahme von 6.800 Bauernfamilien (mit ca. 47.600 Mitgliedern, d.h. ein Drittel der Bevölkerung), welche kleine Landparzellen für die Aufforstung zur Verfügung stellen. Weitere 6.700 Familien sollen darüberhinaus vom Ofenprojekt profitieren, d.h. insgesamt 94.500 Menschen bzw. rund 60 % der Bevölkerung. Die meisten Menschen der Zielgruppe leben von Landwirtschaft als Subsistenzwirtschaft und von Kleinhandel.


Zielsetzung und geplante Maßnahmen
In drei besonders von gravierender Abholzung und Erosion betroffenen Gebieten mit insgesamt 94 Dörfern sollen Aufforstungsmaßnahmen durchgeführt werden, um die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zu verbessern, damit der Regenwald wieder in diese zentrale Gebirgslandschaft des östlichen Süd-Kivus zurückkehren kann. Die Region hat derzeit viele kahle, noch mit Gras bewachsenen Hügel, die dadurch vor weiterer Erosion geschützt werden sollen. Zu diesem Zweck sollen in den aufzuforstenden 2.110 ha Hügelland Baumschulen eingerichtet werden und in 8 Pflanzkampagnen unter Mitwirkungen großer Teile der Bevölkerung wiederbepflanzt werden. Für die Baumschulen sollen 45 Baumschulgärtner angestellt werden und 14 weitere Projektmitarbeiter. Die teilnehmenden 6.800 Bauernfamilien stellen 1.700 ha zur Verfügung, dazu kommen 410 ha Gemeindeland. Die Bauern sollen Kenntnisse der Agroforstwirtschaft erhalten und außerdem Kulturen von Obstbäumen anlegen. Abgerundet wird das Vorhaben durch drei angestellte Ofenbauer welche den holzsparenden Lehmofen „Rocket Stove Lorena“ in mindestens 13.500 Haushalten einführen sollen, damit der Druck auf die Holzressourcen insgesamt abnimmt.


Nördlich von Uvira. Hier sollen in den nächsten Jahren Hunderttausende von Bäumen gepflanzt werden.

Hintergrundbericht I

Programm für die Wiederaufforstung und die Bekämpfung der Erosion in der Region KAMISIMBI, einer ländlichen Zone von WALUNGU

1. PROBLEMATIK

Die fortschreitende und unkontrollierte Zerstörung der Umwelt ist weltweit eine große Sorge. Das Leben von Millionen von Menschen, Tieren, Insekten, Pflanzen…. hängt von diesem Naturschutz ab, der heute zur Beute einer nicht enden wollenden Verheerung geworden ist. Wir befinden uns im Kivu, in der Demokratischen Republik Kongo, der ein Teil des Ostens ist und einst die Perle Afrikas genannt wurde. Doch dieses Gebiet ist zum Schauplatz dramatischer Ereignisse geworden, verursacht durch wiederholte Kriege, besonders in den ländlichen Zonen. KAMISIMBI, der Gegenstand des vorgelegten Programms, ist ein altes Gebiet in einer bergigen Gegend, mit Bergen von einer Höhe von plus minus 1.800 Meter. Es ist eine Gegend, die sich besonders gut als Weideland eignet, da sie mit kahlen Bergen (ohne Baumbestand) bedeckt ist. Wenn es in KAMISIMBI regnet, verursacht das Regenwasser riesige Schäden an Erosion durch das Wasser in den Anbaugebieten der Dörfer. Diese Mengen mitgerissenen Bodens gelangen auf den Talgrund, wo im allgemeinen Gemüse angebaut wird.

Mit der Ankunft der Flüchtlinge aus Ruanda 1994 in der Provinz Süd-Kivu und besonders in der Gegend von KAMISIMBI hat die Zerstörung der natürlichen und künstlichen Waldgebiete zugenommen infolge der traurigen Abholzung durch die Suche nach Bäumen für den Aufbau ihrer Hütten und für Brennholz. Die wichtigsten Berge dieser Gegend (BISUNZU, NYABALENGA, BUSHANGABUYE und CISHI) wurden von diesen selben Flüchtlingen angegriffen auf der Suche nach einem Stückchen Erde für eine kleine Landwirtschaft, durch die sie sich ernähren könnten.


Im Jahr 1996, während des Krieges der AFDL, wurden zahlreiche Schäden in KAMISIMBI registriert, wie überall, nämlich: Diebstähle, Vergewaltigungen, Plünderungen, Schießereien… Über diese üblichen Ausschreitungen hinaus kann man auch noch das Phänomen der Buschbrände anführen, eine Strategie, welche die Militärs der AFDL angenommen haben, um den Feind zu entdecken (aufzufinden). Nach ihren Aussagen mußte man Bäume und grünes Gebüsch anzünden, um herauszufinden, wo sich der Gegner befand.

Die Folgen sind:

- Eine plötzliche Veränderung des Klimas: die Trockenperiode verlängert sich. Anstatt zwei bis 2 ½ Monate dauert sie jetzt bis zu 5 oder sogar 6 Monaten;

- Die Flüsse nehmen Schaden und das Quellwasser nimmt ab;

- der Boden wird der Sonne vollkommen ausgesetzt;

- die Erosionen durch Regenwasser verstärken sich;

- im Talgrund setzen sich Sedimente der Drainagekanäle ab

- zahlreiche Krankheiten verbreiten sich;

- die Tiere haben kein Weideland mehr.

Von 1998 bis heute haben wir dieselben Probleme, und sie werden mit der Zeit nur noch größer. Darum haben die die „Aktion das Grün“ gegründet, eine Entwicklungsorganisation, die seit 1997 in der Region des Kivu arbeitet, nachdem wir mit Kummer diese problematische Situation festgestellt haben, die in der Gegend von KAMISIMBI voll zuschlägt, daran gedacht, unsere Lösung des Problems zu formulieren, in Form eines „Programms der Wiederaufforstung und der Bekämpfung der Erosion in KAMISIMBI.“

Dieses Projekt ist nur ein erster Entwurf für eine Lösung, die, wenn sie einmal angelaufen ist, das Problem der Entwaldung und auch das der Bodenerosion, der Hauptfeinde des Anbaus/der Kulturen, des Menschen, der Tiere: kurz gesagt, der Gesamtentwicklung des Menschen verringert.

Karte der Kivuprovinz von einer amerikanischen Organisation. Die roten Flächen sind abgeholzte Gebiete und zwar in den 90er Jahren. Violett ist schon länger entwaldet. Rechts ist die Grenze zu Ruanda und Burundi zu sehen. Unten durch den Tanganjika-See, darüber durch den Kivusee, weiter im Norden die Grenze zu Uganda durch den Albert-See

Hintergrundbericht II

Problematik der Entwaldung

Notwendigkeit für die Wiederaufforstung und die Bekämpfung der Erosion in der Region Kamisimbi, einer ländlichen Zone von Walungu

Die fortschreitende und unkontrollierte Zerstörung der Umgebung/Umwelt ist weltweit eine große Sorge! Das Leben von Millionen von Menschen, Tieren, Insekten, Pflanzen... hängt von diesem Naturschatz ab, der heute zur Beute einer nicht enden wollenden Verheerung geworden ist. Wir befinden uns im Kivu, in der Demokratischen Republik Kongo, der ein Teil des Ostens ist, und einst die Perle Afrikas genannt wurde. Doch dieses Gebiet ist zum Schauplatz dramatischer Ereignisse geworden, verursacht durch wiederholte Kriege, besonders in den ländlichen Zonen. Kamisimbi, der Gegenstand des vorgelegten Programms, ist ein altes Gebiet in einer bergigen Gegend, mit Bergen von einer Höhe von plus oder minus 1800m. Es ist eine Gegend, die sich besonders gut als Weideland eignet, da sie mit kahlen Bergen(ohne Baumbestand) bedeckt ist. Wenn es in Bamisimbi regnet, verursacht das Regenwasser riesige Schäden an Erosion durch das Wasser in den Anbaugebieten der Dörfer. Diese Mengen mitgerissenen Bodens gelangen auf den Talgrund, wo im allgemeinen Gemüse angebaut wir.

Mit der Ankunft der Flüchtlinge aus Ruanda 1994 in der Provinz Süd-Kivu, und besonders in der Gegend von Kamisimbi hat die Zerstörung der natürlichen und künstlichen Waldgebiete zugenommen und infolge einer traurigen Abholzung durch die Suche nach Bäumen für den Aufbau ihrer Hütten und für Brennholz. Die wichtigsten Berge dieser Gegend(Bisunzu, Nyabalenga, Bushangabuye und Cishi) wurden von diesen selben Flüchtlingen angegriffen auf der Suche nach einem Stückchen Erde für eine kleine Landwirtschaft, durch die sie sich ernähren könnten.

Im Jahr 1996, während des Krieges der AFDL, wurden zahlreiche Schäden in Kamisimbi registriert, wie überall, nämlich Diebstähle, Vergewaltigungen, Plünderungen, Schießereien...

Über diese üblichen Ausschreitungen hinaus kann man auch noch da Phänomen der Buschbrände aufführe, eine Strategie, welche die Militärs der AFDL angenommen haben um den Feind zu entdecken(aufzufinden). Nach ihren Aussagen mußte nam Bäume und grünes Gebüsch anzünden um herauszufinden wo sich der Gegner befand.

Die Folgen sind:

- eine plötzliche Veränderung des Klimas: die Trockenperiode verändert sich. Anstatt zwei bis 2 ½ Monate dauert sie jetzt bis zu 5 oder sogar 6 Monaten;

- die Flüsse nehmen Schaden, und das Quellwasser nimmt ab;

- der Boden wird der Sonne vollkommen ausgesetzt;

- die Erosionen durch Regenwasser verstärken sich;

- im Talgrund setzen sich Sedimente der Drainagekanäle ab.

- zahlreiche Krankheiten verbreiten sich;

- die Tiere haben kein Weideland mehr.


Von 1998 bis heute haben wir dieselben Probleme, und Sie werden mit der Zeit nur noch größer. Darum haben wir, die „Aktion das Grün“,eine Entwicklunsorganisation, die seit 1997 in der Region des Kivu arbeitet, nachdem wir mit Kummer diese problematische Situation festgestellt haben, die in der Gegend von Kamisimbi voll zuschlägt, daran gedacht, unsere Lösung des Problems zu formulieren, in Form einer Programms der Wiedraufforstung und der Bekämpfung der Erosion in Kasimbi.

Dieses Projekt ist nur ein erster Entwurf für eine Lösung, die, wenn sie einmal angelaufen ist, das Problem der Entwaldung und auch da der Bodenerosion, de4r Hauptfeinde des Anbau/der Kulturen, das Menschen, der Tiere,: Kurz gesagt, der Gesamtentwicklung des Menschen, verringert.


pdf-Datei (458 kb) mit einigen Bilder der aufzuforstenden Flächen der Region nördlich von Uvira vom Juni 2008

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Allgemeine Informationen zum Kongo finden Sie bei unseren Links

Partnerorganisation von LHL ist die

ADMR

ACTION POUR LE DEVELOPPEMENT DES MILIEUX RURAUX

E-Mail : admr@l-h-l.org