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Infobrief Ostkongo Nov. 2014

Warum Überlebenshilfe im Ostkongo?

Der Kongo – ein reiches Land?

"In den Städten: überall Baustellen, immer mehr dicke Autos. In Luxushotels mit Gold behangene Gäste. Daneben: Villen mit hohen Mauern und rundrum Wächter. Hunderte von Millionen Dollar zirkulieren und die Bergwerksgesellschaften scheffeln noch mehr in ihre Taschen. Das ist die „eine“ Welt! Sie benötigt ihre kongolesischen Handlanger und belohnt – oder gar schmiert diese gut. Wie sagt man so schön in diesen Kreisen? „Geld spielt keine Rolle“

Die andere Welt, das sind die Menschen, die ihre Wege zu Fuß machen müssen.

"Die Holz für den Drei-Steine-Ofen suchen, die ein paar Quadratmeter Garten oder

einen Hektar Feld beackern, Bananen, Maniok, Bohnen anbauen, deren Hütte selbstgebaut und mit Stroh be­deckt ist, die kein Geld übrig haben, ihre Kinder zur Schule zu schicken, ihnen noch nicht einmal Schuhe kaufen können, deren kleines Feld immer weniger hergibt, weil sie gelernt haben, die Erntereste zu verbrennen und meinen, mit der Asche dann düngen zu müssen. Jetzt wächst da so wenig, dass höchstens einmal "am Tag eine Mahlzeit gekocht werden kann. Das Wasser wird in einem Kanister aus dem Bach geholt oder – und das ist schon Luxus: von einem Brunnen, den das Rote Kreuz errichtet hat.

"Genau diese Bauern lädt Célestin ein:Wir haben eine Volkshochschule gegründet. Bei uns könnt ihr lernen, wie eure Felder mehr hergeben, was ihr pflanzen müßt, um satt zu werden. Gemeinsam wollen wir Bäume pflanzen, damit Eure Frauen nicht mehr so weit zu laufen brauchen, um Feuerholz zu pflanzen. Antonius kommt und zeigt euch, wie ihr mit Lehm einen neuen Ofen bauen könnt, der nur halb so viel Holz braucht und auch nicht mehr raucht. Diane zeigt euren Kindern wie ein Gemüsegarten angelegt wird und Alphonse, was man tun muss, damit eure Ziege endlich mal Milch gibt. Innocent zeigt euren Frauen wie Bienenkörbe geflochten werden und dann auch bevölkert und wie daraus Honig geholt werden kann. Das wird aus Ujerumani finanziert, aber nicht ganz: Beim Bäumepflanzen brau­chen wir Spenden von euch. Ihr kennt das: die „Salongoarbeit“ für die Gemeinschaft, jeden Samstag. Da brauchen wir eure Hilfe. Wir pflanzen Bäume, wie sie drüben im Kahuzie Biega Nationalpark wach­sen. Dazu kann jeder bei seinem Haus einen Mangobaum pflanzen, einen Avocadobaum und, wenn ihr wollt, auch Papaya.


Doch oh weh, das dauert, bis die herangewachsen sind. Mit unserer „Überlebenshilfe“ wird keiner schnell reich, aber ganz unmerklich verbessert sich doch das eine oder andere. „Jetzt wird bei uns kompostiert und siehe da, im Gemüsegarten lässt sich viel mehr ernten, sogar Erdnüsse! Davon muss die Frau schnell mal was auf den Markt bringen, freitags, nach Kaziba. 20 km muss sie laufen, kommt aber mit 5.000 Franc Congolais zurück. Damit können wir Seife kaufen und ein bißchen Öl. Und fürs Schulgeld, für den Ältesten diesen Monat, reicht das auch noch... Früher wuchs in der Trockenzeit gar nichts, jetzt haben wir leckere Süßkartoffeln, dann kommt der Amarand, zur Regenzeit noch Mais und manchmal eine vierte Ernte mit Zwiebeln. Schaut mal, was die Nachbarn mit ihrem „rotierenden Kredit“ von 100 Dollar gemacht haben! Sie haben richtig Schwein gehabt und jetzt springen sieben davon rum. Und der Garten vom Bosco da drüben, dessen Frau auch 100 Dollar bekam, ist eine richtige Pracht. Sie kann jetzt sogar jeden Freitag einen Korb voll Gemüse auf dem Rücken nach Kaziba bringen, und kommt abends immer mit mehr als 5000 Franc Congolais heim. Die können alle ihre Kinder zur Schule schicken! Wir müssen auf Celestin hören und auch zur Volkshochschule gehen! Da können wir lernen, was ein „rotierender Kredit“ ist....

So ähnlich sind jetzt die Gespräche in den Dörfern, wo unsere Partnerorganisationen arbeiten. Wir von Lernen-Helfen-Leben e.V. haben vor allem gelernt, was in solche Programm reingehört, damit die Bau­ern ermutigt werden, sich selbst zu helfen. Die Begriffe sind einerseits Agroforstwirtschaft, Sylvopasto­ral (Viehzucht auf Weiden mit Baumbestand) und dann, andererseits Forstbewirtschaftung, Landwirt­schafts- und Gartenbautechniken und – jugendliche Naturschützer. Ja, nur die Jugend wird Verände­rung bringen! Deshalb integrieren wir Jugendclubs in unsere Programme. Fünf solche Programme, in Nyangezi, Mushenyi, Kaziba, Luhwinja und Burhinyi sind schon in Betrieb. Jetzt kommen noch drei wei­tere dazu, in Katana und Kavumu, zwischen Kahuzie-Biega-Nationalpark und Kivusee und auf der großen Insel Idjwij, ein paar Kilometer weiter, mitten im See, die vor 25 Jahren noch dicht bewaldet war und heute fast komplett abgeholzt ist. Für dieses neue Projekt bitten wir um Klimaschutzspenden – denn das ist letztenendes das Ziel all dieser Massnahmen...

Auf Idjwij arbeiten wir mit ECOS zusammen, einer Organisation von katholischen Familien. Wir lernten sie in Bukavu kennen, über den Mann, der dort Bäume pflanzte, entlang der Straßen. ECOS hatte unten am Ruzizi-Fluß die Baumschule. Wir waren begeistert. Jetzt geht’s wei­ter auf Idjwij. Und die ECOS-Leute sind vor allem an den Wochenenden dabei, mit „Kind und Kegel“. Von uns und unseren Partnern erwarten sie: „Professionalisierung“.

In Katana lernten wir die Gruppe CADE über den Pater Emmanuel kennen. Der junge Priester engagierte sich mit dieser Organisation für den Umweltschutz. Und genau dort betrieben frühere Partner einen Waldkindergarten. CADE hat schon etwas aufgeforstet und beginnt jetzt, mit unserer Hilfe, die Forstwirtschaft einzuführen und aktiviert auch die Piffkes des einstigen Waldkindergartens für die Naturfreundejugend - und die Bauern für die Landvolkshochschule.

Etwas weiter im Süden von Katana, in Kavumu, arbeiten wir mit Alphonse von ADEA zu­sammen. Alphonse ist Wissenschaftler im nahegelegenen Institut in Lwiro. Aber gleichzei­tig auch Bauer – und zwar ein ganz innovativer Bauer: Er war der erste, der im Südkivu (wieder) Ziegenmilch produzierte. Jetzt ist er bei diesem Programm dabei und hofft, der Bevölkerung mit unserem Programm Alternativen zum begehrten Kahuzie-Biega-Park zu bieten, der nicht angetastet werden darf. Ohne Fachkenntnisse gibt die Landwirtschaft nicht mehr viel her und Holzkohle ist zu teu­er. Außerdem muss dafür weiter im Westen der Regenwald gerodet...

So ist unser Projekt Klimaschutz, Armutsbekämpfung und Überlebenshilfe in einem und wenn nichts dazwischenkommt werden die Bauern demnächst ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen und benötigen unsere Hilfe nicht mehr.

Das Programm wird uns vom deutschen Entwicklungsministerium gefördert: 75 % Zuschuss, 15 % Salongoarbeit und 10 % müssen wir hier durch Spenden aufbringen in den nächsten dreieinhalb Jahren. Für 2014 ist der Eigenanteil schon zusammen – und ist schon im November zu den Partnern überwiesen worden, damit noch Baumschulen eingerichtet werden konnten...

Für 2015 (und danach bis 2017) bitten wir um ihre Mithilfe und Mitarbeit:

Fördern Sie das Projekt mit einer Spende!

Empfehlen Sie uns weiter: Erzählen Sie Freunden und Bekannten von diesem Vorhaben!

Weisen Sie in „sozialen Netzwerken“ auf unsere „Überlebenshilfe“ hin – demnächst auch bei Betterplace förderbar!

Fordern Sie weitere Exemplare unseres Informationsbriefes an!

Geben Sie uns Tipps, Ideen, wie wir das Projekt besser voranbringen könnten!

Teilen Sie uns eine Adresse mit, an welche wir diesen Informationsbrief senden dürfen!

Kritisieren Sie uns, wenn Sie Mängel finden, Anregungen geben wollen!

Teilen Sie uns Ihre Email-Adresse mit, wenn Sie regelmäßig über die Entwicklung im Pro­jekt informiert werden möchten!