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Ostkongo Nov. 2015


Bäume pflanzen mit LHL


"Die Ökosysteme der tropischen Urwälder enthalten eine

biologische Vielfalt von einer enormen Komplexität, die ganz

zu kennen beinahe unmöglich ist, doch wenn diese Wildnisse

niedergebrannt oder eingeebnet werden, um

Bodenbewirtschaftung zu entwickeln, gehen in

wenigen Jahren unzählige Arten verloren, wenn die Gebiete

sich nicht sogar in trockene Wüsten verwandeln." (Papst

Franziskus, Laudato Si, Nr. 24)


(Dezember 2015 - Uvira-Region)







Forst-Entwicklung und

Landvolkshochschulen im Ostkongo


Wer zum erstenmal im Ostkongo umherreist, fragt sich, wieso die vielen, manchmal über 3.000 Meter hohen Berge alle kahl sind, aber grasbewachsen? Der traditionelle Bergwald ist noch im kongolesischen Kahuzie-Biega-Nationalpark und im nahen ruandischen Nyungwe-Wald eindrücklich zu sehen.


Die ältere Kongolesen erzählen: „Ja, auch hier war früher alles bewaldet!“ Doch wo sind heute diese Bäume? Jeden Tag tragen Menschen Feuerholz auf dem Kopf nach Hause, das sie mühsam von Restbeständen gesammelt haben.


Dazu kam der Bedarf für den Wohnungsbau und die Schreinereien – und vor allem die Holzkohle für die Städte. So wurde immer mehr abgeholzt. Wir fragten uns: Wo waren denn die Förster und haben den Wald bewirtschaftet? Doch der Ostkongo hat keine Förster und bis vor kurzem keine Forstverwaltung. Die Partner von Lernen-Helfen-Leben sind Agronomen, Botaniker und vor allem Bauern, die alle irgendwie noch den Urwald kennen. Sie wollen wieder Bäume pflanzen, wußten aber bisher nichts vom „Sekundärwald“, also von Menschenhand gepflanztem und bewirtschafteten Wald. Lernen-Helfen-Leben arbeitet mit Förstern zusammen, die immer wieder das Land bereisen und die Partner in Forstmanagement, -wirtschaft und -verwaltung unterrichten.

Aber unsere Partner gehören zu den Ärmsten. Jahrelang war der Kongo Schlußlicht mit den meisten Hungernden in der Welt. Unsere Programme sind „Überlebenshilfe“. Weil mit heranwachsenden Wäldern noch keiner satt wird oder Schulgeld bezahlen kann, lernen die Bauern in neugegründeten Landvolkshochschulen auch, wie sie mit Verbesserung der Landwirtschaft ihr Einkommen erhöhen können. Kinder und Jugendliche lernen, wie gefährdet ihre Umwelt ist und vor allem, was sie dagegen tun können.


In den letzten beiden Jahrzehnten hat der Kongo Millionen Flüchtlinge aufgenommen, aber auch Hunderttausende von Kongolesen mußten wegen der Rohstoffkriege in die Nachbarländer flüchten. Wenn Schritt für Schritt eine nachhaltige Waldwirtschaft in dieser ländlichen Region entsteht und die Lebensgrundlagen der Menschen erhalten bleiben bzw. rehabilitiert werden, bleiben auch die jungen Menschen weiter im Land und helfen beim Wiederaufbau.


Helfen Sie mit! Unterstützen Sie uns beim Bäumepflanzen im Ostkongo!

Hier kann der Adventsbrief 2015 zu den Ostkongoprojekten runtergeladen werden

(pdf 549 kb)