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Projekt 2013: Bevölkerung

Beim dritten Unterziel fragen wir, was sich hier getan hat: „Alte Aufforstungen sind widerstandsfähiger und tragen zur Nahrungsmittelsicherheit als auch zum Schutz der heimischen Flora und Fauna bei.“

Fotos: Aufforstungen in Luhwinja

In Luhwinja wurden auf der Fläche Luduha 1, die insgesamt 17.6 ha umfasst und die bereits ältere Aufforstungsbestände hat, 7 ha nachgepflanzt zur Diversifizierung.

Fotos: links Fläche in Luhwinja, die jetzt diversifiziert wird, rechts Vorbereitungen der freiwilligen Helfer aus der Bevölkerung für das Pflanzen: zuerst müssen die Pflanzlöcher gegraben werden. 

Dies ist die Fläche "Luduha" in Luhwinja. In der Mitte ein Wald, entstanden aus einer früheren BMZ-Förderung - alles Pinus, weil steiniges Gelände. Dem Wald kann demnächst erstes Holz entnommen - und dann wieder mit anderen Arten an diesen Stellen nachgepflanzt werden, der Fachbegriff dafür lautet "Waldumbau". Außerdem wird weiter oben mit Mitteln aus dem aktuellen Projekt "angebaut", vielleicht ist die gesamte Bergkuppe in wenigen Jahren bewaldet?


Luduha/Luhwinja: Auf dem Weg zu weiteren Aufforstungen

Kaziba hat noch nicht nennenswerte "alte" Aufforstungen. Allerdings sind umfangreiche Untersuchungen mit einheimischen Arten (wie oben beschrieben) auf den Weg gebracht worden. Bei deren Anpflanzung in Sekundärwaldbeständen müssen noch Erfahrungen gesammelt werden.

Mushenyi: Die herangezüchteten einheimischen Arten wurden in ältere Bestände dazwischen gepflanzt, um eine bessere Durchmischung zu erhalten.

Foto links: Ein Baumschulgärtner in Nyangezi bereitet ein Pflanzloch vor, rechts: Frauen in Mushenyi auf dem Weg zur Pflanzung mit Setzlingen in den Schüsseln. Die werden selbstverständlich auf dem Kopf getragen - und fallen nicht runter!

Mushenyi: Oberhalb der alten Aufforstung wird eine neue Fläche vorbereitet

Nyangezi: Ein wichtiger Teil des Pflanzgebietes ist schon durchmischt mit einheimischen Sträuchern, die gehegt werden müssen. Außerdem muss dort immer wieder Eukalyptus entfernt werden, der in früheren Jahren zwischen die sehr viel hochwertigeren einheimischen Pflanzen eingebracht wurde. Wir legen großen Wert darauf, dass der einst abgeholzte, aber noch nicht überall aus dem Boden verschwundene Businga-Restwald wieder rehabilitiert wird. Auf weiteren, kahlen Flächen am Rande dieses Restwaldgebietes wurden weitere Setzlinge aus der Baumschule gepflanzt. Auf dem Gelände befinden sich umfangreiche Bestände von wildem Tripsacum und Setaria (hochwachsende Gräser, die ansonsten gerne zum Erosionsschutz gepflanzt werden), welche bei der Bevölkerung als Viehfutter beliebt sind und geerntet werden. Das "wilde" Vorkommen dieser Gräser ist in der Region äußerst selten.

Im Februar passierte in unserem Projektgebiet Businga bei Nyangezi diese mittlere Katastrophe - auch für den Spediteur: Oberhalb verläuft die Hauptstrasse von Uvira nach Bukavu und dann hat der Fahrer wohl mal nicht ganz aufgepasst.... Nebenbei ist auf dem Foto im Vordergrund das wilde Tripsacum-Gras zu sehen und auch sonst schon etwas davon, wie der Naturwald an dieser Stelle rehabilitiert wird. Deswegen werden die Schäden durch den Lastwagen vermutlich rasch zugewachsen sein... Ganz im Hintergrund sind noch ein ganz klein wenig kahle Flächen zu sehen, die jetzt vollständig neu bepflanzt werden. 


Burhinyi: Ein Teil der Setzlinge aus den Baumschulen wurde zur Diversifizierung an geeignete Stellen inmitten der bisherigen Aufforstungen gepflanzt.

Generell die die Beantwortung nach einem halben Jahr noch nicht möglich, da eine Durchmischung der älteren Bestände (vor allem in Burhinyi und Luhwinja) erst mit dieser Pflanzsaison begonnen wurde. Außerdem wurden dafür besonders vorgesehene einheimische Arten auch vor wenigen Monaten erst gepflanzt.



Das vierte Unterziel hat die Bevölkerung im Blick: „Produktivität und Vielfalt der Landwirtschaft sowie des Gartenbaus haben sich gesteigert, alternative Einnahmequellen sind entstanden, negative Auswirkungen auf andere Ökosysteme haben sich verringert.“

Nyangezi: Verteilung von Bäumchen und von Gemüsesamen an freiwillige Helfer bei den Aufforstungsmaßnahmen und zwar schon im Oktober.


Foto: Vorbereitung des Gemüsegartens in Nyangezi

Burhinyi: Fast die Hälfte der Setzlinge wurde an lokale Bauern verteilt. In Zusammenarbeit mit OCEK wurde ein Seminar über Techniken der Kompostherstellung mit 24 Teilnehmern durchgeführt.

Luhwinja: Mindestens die Hälfte der Setzlinge wurde an die Bauern verteilt. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Landwirtschaft sind noch nicht eingeführt. Die erste Fortbildung befasste sich mit Fragen des Umweltschutzes.

Kaziba: In den Baumschulen wurden über 200 Obstbäume gezüchtet und an die Bevölkerung verteilt zum Kampf gegen die Unterernährung. Man hat außerdem Gemüsesamen an die Bevölkerung verteilt: Amarant, Kohl, Zwiebeln und Auberginen, welche die Nahrungsvielfalt bereichern, da sie nicht zu den in der Region gängigen Gemüsesorten gehören. Mit OCEK, der Organisation für Fortbildung, wurde je ein Seminar über Bienenzucht durchgeführt, zum Waldschutz und zum Umweltschutz


Fortbildung von Mitarbeitern aus Mushenyi und Kaziba

Mushenyi hat in diesem Bereich im letzten Halbjahr den Schwerpunkt gehabt. Man hat, wie schon erwähnt, 1.620 Maracuja-Obstbäume an die Bevölkerung verteilt, einen Muster-Gemüsegarten angelegt und einen Gemeinschaftsgarten begründet (der gemeinschaftlich bewirtschaftet wird, ein recht beliebter Brauch). Darin wurden Soja angepflanzt, Kohl, Zwiebeln, Kürbis, Colocase (Wasserbrotwurzel, ein proteinreiche, stärke- und calciumhaltige Gemüsepflanze, die bis zu einem Meter hoch wächst). Damit möchte man die Ernährungsvielfalt verbreitern, die in vielen Familien heute noch lediglich Maniok und Bananen umfasst. Bei der Fortbildung wurde in Mushenyi ebenfalls ein Seminar über Bienenzucht durchgeführt.


Foto links: Gemüsegarten in Mushenyi: demnächst Kohl statt Maniok...

rechts: Seminar zum Thema "Imkerei" in Mushenyi



Und das fünfte Unterziel wünscht sich folgendes: „Jugendliche setzen sich für Umwelt- und Ressourcenschutz ein.“

Nyangezi: Gründung eines "Clubs der Umweltfreunde" und zweimal wöchentliche Schülergruppen.

Burhinyi: Die Jugendarbeit hat begonnen, erste Kinder- und Jugendgruppen wurden gebildet.

Luhwinja: Die Partnerorganisation ADMR nennt konkrete Zahlen: Bis zum 15. Dezember 2013, wurden 65 Kinder und Jugendliche, darunter 26 Mädchen und 39 Jungen im Alter zwischen 6 und 14 Jahren registriert und sensibilisiert. Jeweils 10 von ihnen besuchen sechs verschiedene Grundschulen und 5 sind nicht in der Schule

Kaziba: Der pädagogische Mitarbeiter für die Arbeit mit Jugendlichen wurde eingestellt und hat einige Jugendclubs gegründet, die erst am Anfang stehen.


Seminar mit Schülern zum Thema "Dorfwälder" in einer Kirche in Mushenyi

Mushenyi: Da in Mushenyi schon seit mehreren Jahren ein Waldkindergarten besteht war die erste Aufgabe, ehemalige Mitglieder jetzt wieder in Naturschutz-Jugendgruppen zu sammeln und weitere Kinder hinzuzunehmen. Mit diesen Primarschülern, die teilweise bereits gute Grundkenntnisse im Naturschutz haben, wurde u.a. ein Seminar über die Bedeutung und die Funktion des Waldes durchgeführt. Die Jugendlichen engagierten sich außerdem auch beim Anlegen des Mustergartens.

Foto links: Kinder in Mushenyi helfen im Gemüsegarten...rechts: Kinder der Gruppe in Kaziba 



Schließlich fordert das sechste und letzte Unterziel: „Frauen erfahren zahlreiche Entlastung durch besseren Zugang zu natürlichen Ressourcen.“

Nyangezi: Da viele Frauen zu den freiwilligen Helfern gehörten, haben sie auch vor allem die Gemüsesamen und die Setzlinge bekommen.


Nyangezi: Frauenversammlung mit Fortbildung - im Schatten eines Baumes

Unterrichtung von Frauen in Nyangezi

Burhinyi: Beim Seminar über Kompostherstellung haben zahlreiche Frauen teilgenommen.

Luhwinja: Der Bericht erwähnt nicht explizit, was für und mit Frauen getan wurde. Die ADMR hat sich in dieser ersten Pflanzperiode sehr viel intensiver als alle anderen um Aufforstungsmaßnahmen gekümmert. Allerdings kann aus den älteren Beständen in Luhwinja schon Feuerholz entnommen werden, sodass die Feuerholzsuche in Luhwinja entspannter ist als anderswo.


Frauen erhalten Setzlinge in Luhwinja

Kaziba: Für die Frauen wurden Kenntnisse zum Anlegen eines Familiengartens vermittelt und sie erhielten das Saatgut für Gemüse.



Fortbildung für Frauen in Kaziba zum Thema "Umweltschutz"

Mushenyi: Mit den Frauen wurde der Gemeinschaftsgarten angelegt, außerdem nahmen sie an einem Seminar für Kompostierung und für Bienenzucht teil.


Agroforstwirtschaft in Mushenyi: Zwischen die Felder wurden zahlreiche Bäume gepflanzt...